Pandanales [Magnoliopsida - Liliidae]

Insbesondere durch molekulare Daten begründete Ordnung. Morphologisch-anatomisch jede einzelne Familie somit recht individuell gestaltet.

5 Familien: Cyclanthaceae, Pandanaceae, Stemonaceae, Triuridaceae, Velloziaceae.

Zur stammesgeschichtlichen Beziehung der Familien einschließlich Stammbaum siehe Stevens, P.F. (2001 onwards). Angiosperm Phylogeny Website, Ordnung Pandanales*. [Quellen: Stevens PE, Strasburger]


Familie Cyclanthaceae A. RICHARD

12 Gattungen (Asplundia, Carludovica, Chorigyne, Cyclanthus, Dianthoveus, Dicranopygium, Evodianthus, Ludovia, Schultesiophytum, Sphaeradenia, Stelestylis, Thoracocarpus) mit 225 Arten; überwiegend ausdauernde Kräuter, daneben auch strauchige Arten und Lianen; Blätter recht groß, gestielt, wechselständig, meist spiralig, gelegentlich zweizeilig angeordnet, Blattspreite meist geteilt, bei Cyclanthus zweiteilig, bei den übrigen Arten handförmig geteilt; Pflanzen monözisch; Blüten klein, in unterschiedlicher Zahl dicht gedrängt in end- oder achselständigen, unverzweigten, länglich-zylindrischen bis rundlichen Blütenständen, die von einer Spatha aus 2-4(-8) Blättern umgeben werden; Perianth aus 4 sepalinen Tepalen bestehend oder stark reduziert bis fehlend, A10-20(-150), frei, in weiblichen Blüten aus 4 fadenförmigen, (1-)3-5(-10) cm langen, weiß bis rot oder gelb gefärbten Staminodien bestehend, G4, synkarp, Fruchtknoten halbunterständig oder unterständig, 1 oder 4 Griffel, 4 Narben; Beerenfrüchte; Neotropis; Subtropen bis Tropen: Mittelamerika, tropisches Südamerika, Karibische Inseln. Taxonomische Einordnung: Überordnung Cyclanthiflorae / Ordnung Cyclanthales, APG - Unterklasse Liliidae / Nicht-Commelinoiden / Ordnung Pandanales. Bilder: Siehe Pflanzenbildergalerie, Familie Cyclanthaceae. Quellen und weitere Informationen: biodiversity.uno.edu/delta*, Stevens, P.F. (2001 onwards). Angiosperm Phylogeny Website*.

Familie Pandanaceae R. BR. (Schraubenbaumgewächse)

3(-4) Gattungen (Freycinetia, Pandanus, Sararanga) mit 805 Arten; Bäume, Sträucher oder klimmende Holzpflanzen mit Rhizom, häufig mit eigentümlicher Wachstumsform; Helophyten oder Mesophyten, oft Salzwasser besiedelnd; Blätter ledrig, oft dornig gezähnt, mittelgroß bis sehr groß, sitzend, wechselständig, scheinbar spiralig angeordnet, tatsächlich dreizeilig oder seltener vierzeilig [bei einigen Arten der Gattung Pandanus in 3 den Stamm schraubig umlaufenden Zeilen (Bezeichnung "Schraubenpalmen")], Blattspreite ungeteilt, linealisch oder lanzettlich, parallelnervig; Pflanzen diözisch oder polygamodiözisch, meist anemophil, einige auch entemophil, ornithophil oder cheiropterophil; Blüten winzig oder klein, in endständigen, meist dichten Rispen oder in Trauben bzw. Köpfen, Blütenstände mit meist gefärbten Bracteen; Perianth fehlend oder aus verwachsenen, mehr oder weniger sepalinen Tepalen bestehend, A10-100, frei, Staubfäden meist verzweigt, weibliche Blüten häufig mit Staminodien, G1-80, apokarp bis synkarp, Fruchtknoten oberständig; synkarpe Früchte Beeren, Teilfrüchte der aus apokarpen Gynözeen hervorgehenden Sammelfrüchte 1samig; Paleotropis, Australis, Antarktis;  gemäßigte Zone bis Tropen: tropisches Zentral- und Westafrika, Madagaskar, von Süd- und Ostindien über Südostasien, Malaysia, Indonesien, Neuguinea bis in den Pazifik, tropischer Norden und Nordosten Australiens, Nord- und Südinsel Neuseelands. Taxonomische Einordnung: Überordnung Pandaniiflorae / Ordnung Pandanales, APG - Unterklasse Liliidae / Nicht-Commelinoiden / Ordnung Pandanales. Nutzpflanzen: Blätter von Pandanus-Arten verwendet zur Herstellung von Palmdächern, Matten, Kleidung und Behältnissen. Unreife. Einige Arten im Verlaufe der Fruchtentwicklung fleischig werdendem und essbarem Perianth (vor Reife der Früchte). Ferner zum Teil kultiviert als Zierpflanzen. Bilder: Siehe Pflanzenbildergalerie, Familie Pandanaceae. Quellen und weitere Informationen: biodiversity.uno.edu/delta*, Stevens, P.F. (2001 onwards). Angiosperm Phylogeny Website*.

Familie Stemonaceae CARUEL

4 Gattungen mit 27 Arten; unterteilt in die Stemonaceae s. str. mit den Gattungen (Croomia, Stemona, Stichoneuron) sowie die in der Vergangenheit als eigenständige Familie Pentastemonaceae DUYFJES aufgefasste Gattung Pentastemona; ausdauernde Kräuter oder Lianen (bzw. kleine Sträucher); Mesophyten; Blätter gestielt, bei Pentastemona lang gestielt, wechselständig und distich angeordnet, Blattspreite ungeteilt, Nervatur quervernetzt, Blattrand ganz; Pflanzen meist zwittrig, ferner auch monözisch oder polygamomonözisch (Pentastemona ?), entemophil; Blüten klein bis mittelgroß, 2- oder 4zählig (Stemonaceae s. str.) oder 5zählig (Pentastemona), radiärsymmetrisch, in achselständigen, bei Pentastemona in Bodennähe entspringenden Zymen oder Trauben; Perigon mit 4 freien oder verwachsenen, sepaloiden oder petaloiden, in 2 Kreisen angeordneten Tepalen oder mit 5 in einem Kreis angeordneten (Pentastemona) Tepalen, A4 oder 5, nur mit fertilen Staubblättern, bei Pentastemona adnat, G2 oder 3 (Pentastemona), synkarp, Fruchtknoten oberständig (Croomia, Stemona), halbunterständig (Stichoneuron) oder unterständig (Pentastemona); Beeren- (Pentastemona) oder Kapselfrüchte; Holarktis Paleotropis, Australis; Subtropen bis Tropen: von China und Japan über SO-Asien, Malaysia, Sumatra bis nach Nordaustralien, SO der USA. Taxonomische Einordnung: Überordnung Liliiflorae / Ordnung Dioscoreales, APG - Unterklasse Liliidae / Nicht-Commelinoiden / Ordnung Pandanales. Bilder: Strichzeichnung* aus biodiversity.uno.edu/delta*. Quellen und weitere Informationen: biodiversity.uno.edu/delta*, biodiversity.uno.edu/delta*, Stevens, P.F. (2001 onwards). Angiosperm Phylogeny Website*.

Familie Triuridaceae GARDNER

8 Gattungen (Andruris, Hexuris, Hyalisma, Sciaphila, Seychellaris, Soridium, Triuris sowie die in der Vergangenheit als eigenständige Familie Lacandoniaceae E. MARTINEZ & C. H. RAMOS aufgefasste Gattung Lacanodonia) mit 48 Arten; ausdauernde, rhizom- und wurzelbesitzende, chlorophyllfreie, saprophytisch lebende Kräuter; Mesophyten; Blätter fehlend, winzig oder klein, sitzend, wechselständig, Blattspreite ungeteilt; Pflanzen monözisch, diözisch, polygamomonözisch (?) oder zwittrig (Lacanodonia), wahrscheinlich entemophil; Blüten klein, radiärsymmetrisch, mit Bracteen, in endständigen Trauben; Perianth aus (3-)6(-10) verwachsen sepaloiden oder petaloiden Tepalen bestehend, A(2-)3(-6), frei, meist nur mit fertilen Staubblättern, G6-50 oder 60-80 (Lacanodonia), apokarp, Fruchtknoten oberständig; Sammelbalgfrüchte oder Sammelachänenfrüchte; Tropen: pantropisch und subtropisch verbreitet, in Afrika jedoch nur mit wenigen Arten. Taxonomische Einordnung: Überordnung Triuridiflorae / Ordnung Triuridales, APG - Unterklasse Liliidae / Nicht-Commelinoiden / keiner Ordnung zugezählt oder Ordnung Pandanales. Bilder: Strichzeichnung aus biodiversity.uno.edu/delta*. Quellen und weitere Informationen: biodiversity.uno.edu/delta*, biodiversity.uno.edu/delta*, Stevens, P.F. (2001 onwards). Angiosperm Phylogeny Website*.

Familie Velloziaceae HOOKER

9 Gattungen (Acanthochlamys, Aylethonia, Barbacenia, Barbaceniopsis, Burlemarxia, Pleurostima, Talbotia, Vellozia, Xerophyta) mit 240 Arten; ausdauernde baumartige Pflanzen, Sträucher oder Kräuter; überwiegend Xerophyten; Blätter sitzend, wechselständig, (spiralig) 3zeilig angeordnet, Blattspreite ungeteilt, linealisch, parallelnervig, Blattrand ganz oder (meist) dornig gezähnt; Pflanzen zwittrig; Blüten relativ groß, primär 3zälig, radiärsymmetrisch meist einzeln oder in armblütigen Blütenständen; Perigon 6 (3+3), Tepalen petaloid, in beiden Kreisen gleich oder unterschiedlich gestaltet, A6, bei Vellozia 18-66, adnat, nur mit fertilen Staubblättern, G3, synkarp, Fruchtknoten unterständig, 1 recht langer Griffel mit einer 1- oder 3lappigen Narbe oder mit 3 Narben; Kapselfrüchte; Paleotropis und Neotropis; Subtropen bis Tropen: tropisches S-Amerika, Afrika und Madagaskar, Arabien. Taxonomische Einordnung: Überordnung Bromeliiflorae / Ordnung Velloziales, APG - Unterklasse Liliidae / Nicht-Commelinoiden / Ordnung Pandanales. Bilder: Strichzeichnungen Vellozia* und Barbacenia* aus biodiversity.uno.edu/delta*. Quellen und weitere Informationen: biodiversity.uno.edu/delta*, Stevens, P.F. (2001 onwards). Angiosperm Phylogeny Website*.


© Thomas Schöpke